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Quelle: bwd Ausgabe 12/07

Teppich verlegen bei Heizestrich?

Probleme mit Teppichböden auf Fußbodenheizungen gehören längst der Vergangenheit an. Fußbodenheizung schließt Teppichkomfort nicht aus, mehr noch - beides ergänzt sich in idealer Weise. Für den Einsatz von Teppichboden und von Fußbodenbelägen gleich welcher Art sind der Wärmedurchlasswiderstand des Bodenbelags und die Oberflächentempertur des Heizestrichs maßgebend. Um einen guten Wärmeübergang durch den textilen Bodenbelag an den zu heizenden Raum zu erreichen, darf die Wärmedämmung, der Wärmedurchlasswiderstand des Belags nicht mehr als 0,17 Quadratmeter mal Kelvin pro Watt betragen. Dieser Wert ist auch für die Erteilung des Zusatzsymbols „Fußbodenheizungsgeeignet“ festgelegt. Er gilt nicht nur für textile Beläge, sondern auch für alle elastischen Bodenbeläge und selbstverständlich auch für Fertigparkett und Laminat.
Niedertemperaturheizungen – wie eben Warmwasserfußbodenheizungen – werden im Allgemeinen mit auf zirka 50 Grad Celsius (die so genannte Vorlauftemperatur) aufgeheiztem Wasser betrieben. Im Verlauf der Zirkulation gibt das Wasser seine Wärme an den Estrich ab. Die Temperatur, die an der Estrichoberfläche ankommt, beträgt etwa 27 bis 28 Grad Celsius. Diese Temperatur reduziert sich durch die aufgebrachten Bodenbeläge – je nach Material, Aufbau sowie Dicke – und reicht zum Beheizen von Wohnräumen völlig aus. Es ist verständlich, dass Beläge mit einem höheren Wärmedurchlasswiderstand als 0,17 Quadratmeter mal Kelvin pro Watt den Wärmedurchgang und die Wärmeabgabe an die Raumluft behindern. Das bedeutet, dass das Aufheizen des Raumes zunächst langsamer passiert, der Estrich zunehmend höhere Temperaturen annimmt und es zu einem Wärmestau kommt. Dieser wird allerdings nie höher als die Vorlauftemperatur sein, kann aber ausreichen, dass sich Beläge ausdehnen und verwerfen oder andere Schäden erfahren. Aus diesem Grund spielt der Wärmedurchlass des Bodenbelags beim Betreiben einer Fußbodenheizung eine wichtige Rolle. Die Bodenbelaghersteller kennen die Werte ihrer Erzeugnisse und geben sie auch in ihren technischen Daten.
Sowohl textile und elastische Bodenbeläge als auch Parkett, Fertigparkett und Laminat können auf fußbodenbeheizten Estrichen verlegt werden, sofern ihr Einsatz vom Hersteller dazu freigegeben wird. Es gibt keine Gründe, den einen oder anderen Belag zu bevorzugen oder abzulehnen.
Eine große Hilfe, etwaige Unsicherheiten auszuräumen, ist die Fachinformation "Schnittstellenkoordination bei beheizten Fußbodenkonstruktionen"

Es handelt sich hierbei um einen Auszug des Berichtes.
Verfasser: Wolfgang Hart


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Teppichboden - Quelle: ECRA 2008
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